Kloster Jakobsberg

bei Bingen am Rhein

 

 

Kalligraphie

und Buchmalerei als Auszeit

mit

Andreas A. d´Orfey

 

3. - 6. . Oktober 2019

 

Anmeldung siehe: Kurse

Buchmalerei als Auszeit in Trier

 

Die Stadtbibliothek Trier hütet bibliophile Schätze von höchstem Wert und internationalem Rang.  Etwa 2800 Handschriften werden In Trier aufbewahrt.

Kursleiter ist Dipl. Des. Andreas d´Orfey.

Theorie und Praxis vereinigen sich in einem viertägigen Kursprogramm. Initialen, Illustrationen und Zierstücke sind ideale Vorlagen für ein entspanntes Arbeiten auf Papier und Pergament: Auszeit!

 

Kurs der Katholischen Erwachsenenbildung in der Stadtbibliothek Trier

dienstags bis freitags

 

26. - 29. November 2019

 

weiteres unter: Kurse

Zukuft für das alte Kloster Ravengiersburg

2019
2019 Zunkuft des Klosters, Homepage.pdf
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AKTUELL

Jugendlicher Christus
Betrachtungen zu einem
Glasfenster von Andreas Armin d´Orfey
Jugendlicher Christus Faltbaltt.pdf
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Die Klosterzeichner treffen sich einmal im Monat, Samstags im alten Kloster in Ravengiersburg zum gemeinsamen Zeichnen, Erfahrungsaustausch und gemütlichen Zusammensein!

...

 

Kalligraphie als Auszeit bei den Pallottinern in Vallendar am Rhein im Forum Pallotti

Der Erste Hunsrücker Weg der Künste

durch die Stadt Simmern

vom So. 7. April 2019  bis So.19. Mai 2019

Ansprache zur Eröffnung des 2. Simmerner Krippenweges von Simon Klemm und Andreas Armin d´Orfey, am 1. Dezember 2017: im Neuen Schloss in Simmern/Hunsrück

Herr d_Orfey - Buchmalerei.pdf
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Liebe Frund/innen der Künste!

 

Leider ausgebucht:

 

Klasse für Schriftkunst

 

art didakta

internationale Sommerakademie für BildendeKunst

 

Frohe Grüße aus Innsbruck

 

Andreas Armin d´Orfey

 

 

Artikel - Veröffentlichungen - Texte

1. Ortschronik Mutterschied im Hunsrück 2014

2. Der Mutterschieder Mühlenstreit 2009

Mutterschied Ortschronik

 

Kurz-Chronik Mutterschied

Von dr Antike bis zur Reformation

 

Dipl. Des. Andreas Armin D´ORFEY, München – Mutterschied

 

Erstellt 1997-2015 als ein Überblick zur Ortsgeschichte

unter Verwendung allgemein- und heimatgeschichtlicher

Quellen, persönlichen Überlieferungen und Aufzeichnungen von

Ortsbewohnern sowie eigener Beobachtungen und Gesprächen mit

ansässigen und ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern von Mutterschied

 

 

 

I. Frühgeschichte

 

Kelten und Römer

 

500 - 50 v. Chr. La Téne-Zeit, Hunsrück-Eifelkultur.

Aus Keltischer Zeit gibt es  zahlreiche Funde im Hunsrück.

Grabhügel oberhalb Mutterschieds in der „Schnorbacher Hääd“

Drei Keltische Maskensteine im nahen Riesweiler (s. Art. V. A. d´Orfey,

 Rhein-Hunsrück-Jahrbuch 2015 S. 64 ff)

 

II. Antike

 

Kelten und Römer

 

50 v. Chr. Eroberung Galliens durch Julius Cäsar,

Beginn der Römerzeit, auch der ostgallische Raum,

somit auch unsere Heimat, wird Teil des Imperium Romanum,

des römischen Reiches

44 v. Chr. Ermordung Julius Caesars

27 v. Chr. Oktavian wird als Augustaus Imperator

(Beginn der römischen Kaiserzeit)

16 v. Chr. Stadtgründung der Augusta Treverorum (Trier)

um 15. v. Chr. Gründung von Kastellen zur Sicherung

der Rheingrenze: Mogotiacum (Mainz) als Militärlager,

die Stadt entwickelte sich daraus: civitas 297 n Chr.

(Der Dom zu Mainz, Verlag Schnell u.Steiner, 1979, S. 4)

Bingium (heute Bingen), Vicus Baudobriga (Heute Boppard)

und Confluentia (lat.= Zusammenfluß heute Koblenz)

 

1. Jh. n. Chr. Lebenszeit Jesu, Entstehung der Evangelien

Im Hunsrück, der zur römischen Provinz Obergermanien gehört,

entstehen wie zuvor in den Flusstälern Siedlungen und einzelne

Höfe, Villa Rustica.

70 n. Chr. Verbannung der Juden aus Israel durchKaiser Vespasian,

Ansiedlung von Juden durch Kaiser Titus auch entlang des Rheines

 

Um 100 n. Chr.

 

Mutterschieder Gemarkung liegt im Winkel zweier Römerstraßen:

a) Die Aussoiusstraße vom Knotenpunkt Fa. Felke (bei Simmern)

über die Rheinbacher Höhe, vorbei an Riesweiler, Soonwald…

Strecke `Augusta Treverorum´(Trier) - `Mogontiacum´ (Mainz).

b) Abzweigung Fa. Felke (Simmern) - Simmerbachtal -

Martinsmühle (Paule Miehl) - Herzefeld - Mörschbach – Rheinböllen

trifft in Bacharach auf die Uferstraße von Koblenz nach Bingen.

Ein Verbindungsweg zwischen den oben genannten

Straßen führt noch heute von Riesweiler durch Mutterschied

nach Altweidelbach. (Recherchen des Verfassers)

 

In Mutterschied: Villa Rustica, römisches Landhaus (Villa rustica) ca.

700 m südlich der Kirche (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz,

Rhein-Hunsrück-Kreis: Quelle, Hagen, Römerstraßen der Rheinprovinz, S. 374)

 

 

117 - 138 Regierungszeit Kaiser Hadrians

 

Um 120-130 Römische Straßenstation an der Römerstraße

Simmern-Rheinböllen, Mauerreste , Keramik des 2. JH.

Datiert durch einen Münzfund mit dem Bild der Kaisers Hadrian

(Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis: S. 683)

Die Münze ist seit dem 2. Weltkrieg verloren,sie befand sich zuletzt

 im Rheinischen Landesmuseum in Bonn. (Recherche des Verfassers)

Fundort auf der Anhöhe am Ostufer des Rinkenbaches Flur Herzefeld.

( Bonner Jahrbuch 1926, S. 359 + Kunstdenkmäler vonRheinland-Pfalz,

 Rhein-Hunsrück-Kreis Quelle BJ. 131 1929, S. 359)

 

Funde von Ziegel und Streu-Scherben (darunter `Terra sigilata´)

auf einem heute bebauten Acker an der `Murschbach´, Mittlere Albert-

Weinand-Straße. Gefunden vom Verfasser, 1980- 2000 heute im

Magazin des Hunsrückmuseum in Simmern.

 

Um 2000 Funde von zwei Fragmenten von Hand-Mühlsteinen aus

Mühlsteinbasalt aus römischer Zeit. Gefunden vom Landwirt

Alfred Schleimer: ein Stück unterhalb vom „Boosticksheisje“ und

auf der Höhe neben der Argenthaler Straße. Die Fragmente sind

z. Zt. im Besitz des Verfassers.

 

Um 250 Eucharius erster Bischof von Trier, gefolgt von Valerius und

 Maternus.

(Die Feiern des Stundengebetes, Eigenfeiern des Bistums Trier, P. Petrus Becker OSB)

 

Erste Christengemeinden in den Städten entlang des Rheines.

307-337 Kaiser Konstantin beendet am 325 die Christenverfolgungen.

Legende: Kaiserin(-Mutter) Helena bringt 324 bedeutende Reliquien

Aus dem Heiligen Land nach Trier: darunter der Hl. Rock

und die Gebeine des Apostels Matthias. Dom-Bau in Trier

unter Bischof Agritius ab ca. 325. 329-346 Bischof Maximin

(Bischof ab 329,+ 346, s.Die Feiern des Stundengebetes, Eigenfeiern des

Bistums Trier, P. Petrus Becker OSB)

 

Von Trier ausgehende Christianisierung der ländlichen Gebiete. Bedeutender Missionar für Untermosel mit Teilen der Eifel und Hunsrück war St. Kastor,

+ um 400 in Karden. 380 wird das Christentum zu Staatsreligion.

(s. Die Feiern des Stundengebetes, Eigenfeiern des Bistums Trier, P. Petrus Becker OSB)

 

364-374 Beginn des Rückzuges der Römer unter Kaiser Valentinian I., Rückverlegung der Prälatur von Trier nach Arles.

In der Folgezeit offenbar Abwanderung großer Teile der keltisch-

römischen Bevölkerung, nachweisbar durch Pollenanalysen, die den

Rückgang des Getreideanbaus auf dem Hunsrück dokumentieren.

(s. Erich Bauer, Der Soonwald, DRW-Verl. Stuttgart, 1974)

476 Abdankung des letzten Kaisers Westroms, Romulus Augustus.

 

 

 

III. Frühmittelalter – Franken - Karolinger

 

Machtvakuum

 

Im entstandenen Vakuum der Macht über nehmen die Rheinischen Bischöfe Verwaltungsaufgaben. Ab 450 Bischof Severus von Trier missioniert entlang

der Mosel, in der Eifel und auf dem Hunsrück. Um 475 Beginn der Frankenzeit. (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 20)

 

Aus dem römischen Confluentia (Koblenz) wird ein fränkischer Königshof.

(s. Brockhaus Lex. 18. Aufl. Bd. 14, S.63)

Die spätere Kaiserpfalz von Ingelheim hat ebenso ihre Wurzeln

in der frühen Merowingerzeit. (s. Brockhaus Lex. 18. Aufl. Bd. 10, S. 502)

Auf der Hochfläche des Hunsrücks gibt es nur wenige Spuren aus der frühen Frankenzeit. Auch das spricht eine geringe Bevölkerung. Wald breitete sich aus. Wie späterer königlicher Besitz zeigt, ist zu vermuten, dass weite Teile des Soonwaldlandes in Besitz der neuen fränkischen Könige gelangten.

 

Merowingerzeit

 

482 Chlodwig errichtet das Merowingerreich: Einrichtung der Gaue,

Verwaltung durch die Gaugrafen. (Illustrierte Weltgeschichte, Lingen, 1976 S. 1506)

Das Soonwaldland gehört zum fränkischen Nahegau.

Es folgte der Sieg der Franken über die Alemannen (496 - 500).

 

 (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 16)

 

In der Herleitung des Ortsnamens Mutterschied (mittelalterlich:

Mudin- oder Moderscheid) vom alemannischen `Mouther´,

haben wir vielleicht einen Hinweis auf alemannische Siedler.

 

Um 498 erfolgte der Übertritt Chlodwigs zum Christentum.

Beginn der Christianisierung unter den Franken. Die erst im 10.

Jahrhundert unter Bischof Willigis von Mainz abgeschlossen wurde.

Ca. 530-70 Missionsstation des Hl. Goar beiOberwesel:

ab dem 8. Jh. Stift St. Goar.

(s. Die Feiern des Stundengebetes, Eigenfeiern des Bistums Trier, P. Petrus Becker OSB)

ca. 550 Missionstätigkeit des Hl. Disibod an der unteren Nahe.

(Regierungszeit Childebert I. 511 - 558 und Sigisbert I. 561 - 575)

Grab des Heiligen auf dem Disibodenberg bei Sobernheim

 (s. Die Feiern des Stundengebetes, Eigenfeiern des Bistums Trier, P. Petrus Becker OSB)

Nach legendären Bischöfen sind ab 565 die Bischöfe von Mainz greifbar.

Der Bischof von Portiers, Venatius Fortunatus, nennet den Namen Sidonius.

690-739, Mission von Willibrord von Echternach

732- 754, Missionstätigkeit des Bonifazius, der ab 744 Bischof von Mainz war.

(s. Die Feiern des Stundengebetes, Eigenfeiern des Bistums Trier, P. Petrus Becker OSB)

Mainz wird unter Bonifazius Erzbistum. (s. Brockhaus Lex. 18. Aufl. Bd. 18, S. 63)

Auf der Hochfläche des Hunsrück treffen die Bistümer Trier und Mainz aufeinander.

Die Nordgrenze des Nahegaues wird in etwa Diözesangrenze. Simmern und die Gebiete südlich und östlich davon gehören zu Mainz.

721, Gründung der benediktininischen Reichs-Abtei Prüm in der Eifel, der später ein Teil des Soonwaldes gehören sollte (s. Erich Bauer, Der Soonwald, DRW-Verl. Stuttgart, 1974)

 

751 - 911 Karoligerzeit

 

Der Merowinger-König Childerich III. wird 751 abgesetzt, Pippin III. wird

Frankenkönig. Es beginnt die Karolingerzeit. 768 - 814 Regierungszeit Karls des Großen. Der Soonwald war unter dem Sohn Karls d. Gr. ein bevorzugtes Jagdgebiet.

8.-9. JH. Nahe-Gaugrafenschaft der Hattonen, später folgen die Walahonen

(Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 22)

Ab 800 wieder Bevölkerungszuwachs (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 20) es kommt verstärkt zur Gründung neuer Ortschaften für 754 ist der Ort Biebern genannt (Schenkung an das Kloster Fulda).

891-913 Regierungszeit Bischof Hatto I. in Mainz, Dombau auf antiken Grundmauern

 

 

Die Entstehung des Dorfes Mutterschied

 

 

Ortsname und ein Altar geben Hinweise auf die Entstehungszeit

 

Ende des 9. Jahrhunderts zwingt die Raumnot zu Rodungen und Neusiedlungen auch auf den Höhenlagen des Hunsrücks. Die `Roth` und die `Schied und Scheid`-Dörfer entstehen. (Bedeutung: abgegrenztes Waldgebiet). zurück. Einige Dörfer des nördlichen Soonwaldvorlandes entstanden wahrscheinlich in dieser Zeit: Sargenroth, Mengerschied, Rayerschied und Mutterschied.

 

Mögliche Namensbedeutungen: Mudinscheid (Schreibart des 14. JH.), Moederschidt (1662) vom mittelhochdeutschen motter, muoder, modder = Schlamm, Sumpf,

(Unsere Ortsnamen, Wilhelm Sturmfels und Heinz Bischof, Ferdinand Dümmlers Verlag, Bonn, 3. Aufl. S. 173, Col. 1)

 

Dr. L. Armbrust schreibt: »Mutterschied verdankt dem mittelhochdeutschen Worte »mouder« für Bauch oder Wölbung seinen Namen, ...«

(Hunsrücker Ortsnamen, Armbrust, P. Hansteins Verlag, Bonn, 1897, S. 17)

Einige Heimatforscher halten die Gründungszeit von Mutterschied, 1346 als Mudinscheid benannt, in der karolingischen Epoche für wahrscheinlich, weisen

ehr zurück sogar in die Zeit der Merowinger. (So auch Willi Wagner in einem Gespräch mit dem Verfasser, am 28. Februar 2004) Der Name Mudin scheint vom alemannischen Personennamen Muther (= mutiger Herr) abzustammen (vergl. Mutterstadt in der Pfalz und Muttersweiler im Elsaß).

 

Die Endung -scheid oder -schied weist auf die dritte, die hochmittelalterliche Siedlungsperiode auf der Hunsrückhochfläche hin. Diese Siedlungsperiode war

Mitte des 13. Jahrhundert abgeschlossen.

(s. Erich Bauer, Der Soonwald, DRW-Verl. Stuttgart, 1974, S. 34)

 

Als Entstehungszeit Mutterschieds kann also frühestens dass 9. Jahrhundert und spätestens das 13. Jahrhundert angenommen werden. Es gibt Hinweise auf eine weitere Siedlung, das legendäre `Oberhausen´, das im 17. Jahrhundert zerstört worden sein soll. Der mittelalterliche Altar um den im 18. Jahrhundert die heutige Dorfkirche errichtet wurde, gibt dem Dorf Mutterschied aber seit dem hohen Mittelalter ein Zentrum. Die Gestalt des Altares weist auf eine Entstehungszeit im 12. oder 13. Jahrhundert zurück, also in die Zeit um 1200.

 

 

 

 

IV. 919 – 1024 Zeit der Ottonen (Ludolfinger)

 

In Ottonischer Zeit wird das Land weiter aufgebaut. Unter den Erzbischöfen Egbert von Trier (977 - 993) und Willigis von Mainz (975 - 1011) werden auf dem Hunsrück Kirchen gebaut und Pfarreien gegründet. Als Ursprüngliche Zugehörigkeit darf für Mutterschied die `Mutter-Pfarr-Kirche´ in Simmern angenommen werden. Diese alte Aufteilung sollte sich mit der Errichtung neuer Pfarreien zwar verändern,

letztlich blieb die örtliche Nähe zu Simmern aber in der kirchlichen Zugehörigkeit der

Mutterschieder beider Konfessionen zum Ursprungsort der `mater ecclesia´ (= Mutter Kirche) bis heute bestehen.

 

 

Dennoch könnte (ein Teil von) Mutterschied 1006, so wie sicher Altweidelbach,

zur Pfarrei Mörschbach gehört haben. Der Mutterschieder `Rinkenbach´ war die Pfarrgrenze zwischen Mörschbach und Simmern. (so vermutete Willi Wagner)

(Die evangelische Kirche im Lande zwischen Rhein, Mosel Nahe und Glan bis zum Beginn des dreißigjährigen Krieges, Friedrich Back, Bonn bei Adolph Marcus 1872, S. 17 -25)

 

Noch in der Zehntverteilung von 1615 spiegelt sich die Verbindung von Mutterschied zur Pfarrei Mörschbach: vom Flur Herrenfeld ist 2/3 nach Mörschbach zu entrichten. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde Bd 5: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Fünfter Band, die beiden Karten der kirchlichen Organisation, 1450 und 1610 von Dr. Wilhelm Fabricius, Zweite Hälfte, Bonn, Hermann Behrendt, 1913, S. 405 u. 406)

 

 

V. 1024 - 1125  Salierzeit

 

in der Salierzeit tauchen die `Emichonen´ als Nahe-Gaugrafen auf. Diese Emichonen nennen sich ab dem 11. JH. Wildgrafen und befinden sich in erblichem Besitz der Nahe-Gaugrafenschaft. (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 22)

 

1072*

Aus einer Urkunde der Kirche Ravengiersburg ist ersichtlich, dass in Simmern eine Kirche vorhanden war. Aus dieser Mutterpfarrei wurde Ravengiersburg gelöst und Simmern erhielt dafür die Gemeinden Altweidelbach und Mutterscheid, die

zuvor noch, zu Mörschbach gehörten. Die Pfarrei Simmern war dem Bistum Mainz angehörig. (Vergl. Karl Faller, „Stefanskirche Simmern“, Deutscher Kunstverlag München Berlin 1975 Große Baudenkmäler Heft 293, S. 2) + (Die evangelische Kirche im Lande zwischen Rhein, Mosel Nahe und Glan bis zum Beginn des dreißigjährigen Krieges, Friedrich Back, Bonn bei Adolph Marcus 1872, S. 25) – *(1072 Weihe der Burgkapelle in Ravengiersburg)

 

1074

In diese Zeit fällt auch die Gründung des Augustiner-Chorherren-Stifts Ravengiersburg, durch den Graf Berthold und seine Gemahlin Hedwig.

Mudinscheid gehört ursprünglich zum Stifts-Gebiet der da es auch zum Blutgericht an der Nunkirch (ehem. St. Rochus) verpflichtet ist. (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 683)

 

Blutgericht und die Ostgrenze des Propsteigebietes Soonwaldseite, wieder entlang des Mutterschieder Rinkenbaches ließ Willi Wagner vermuten das Mutterschied endgültig erst in der Entstehung des Herzogtums Simmern 1410  aus dem Propsteigebiet gelöst wurde.

(Willi Wagner, Das ehemalige Chorherrenstift Ravengiersburg, Böhmer-Verlag Simmern, 1977)

Wagner, Das ehemalige Chorherrenstift Ravengiersburg, Böhmer-Verlag Simmern, 1977)

 

 

Nach 1103

hatten die „Wildgrafen“, wie sich die Nachfahren der Emichonen später nannten,*das Besthaupt** auf einen Teil der Mutterschieder

Bevölkerung. „Die Wilgrafen verfügten in Ravengiersburg, Mutterschied und Tiefenbach über einige Leute und hatte das Besthaupt.“

(Willi Wagner, Das Augustiner Chor-Herrenstift Ravengierburg, Simmern, 1977, S. 35 )

 

* (Erster Wildgraf war Emicho VII. 1103–1135)

 

** Besthaupt (auch Todfall; mhd. besthoubet; auch sterbreht, kurmiete, buleibe, buteil; mlat. mortuarium = Sterbefallabgabe) bezeichnete das grundherrschaftliche Recht, beim Tod eines Grundholden aus dessen Nachlass eine Sonderabgabe in Form des besten Stücks Vieh ("Besthaupt") oder – beim Tod einer abhängigen Frau – des schönsten Gewandes ("Gewandfall", "Bestkleid") zu beanspruchen. N. d. Mittelalterlexikon.

 

 

VI. 1138 - 1254 Stauferzeit

 

Im Hunsrück und in den angrenzenden Flusstälern erfolgte der Ausbau der Burgen.

1214 wird Ludwig I., der Kehlheimer, mit der Pfalz belehnt und übernimmt den Titel eines `Pfalzgrafen bei Rhein´ Das ist der Beginn der Wittelsbachischen Herrschaft in der (Kur-)Pfalz, zu deren Territorium Mutterschied bis zum Einmarsch der Franzosen am Ende des 18. Jahrhunderts gehören sollte.

(„Die Wittelsbacher in Lebensbildern“ Hans und Marga Rall, Styria /Pustet, 1986, S. 7 u. 26)

 

Um 1275

gehörte Mutterscheid den Pfalzgrafen bei Rhein und bildet später ein pfälzisches Inngericht. (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 683)

 

VII. Hochmittelalter

 

1311

Rechtsregelung bezüglich des „Symerer waldt“ (Teil des Soonwaldes) der sich als Märkerwald in der Hand der sechs Gemeinden befand. Es sind: Simmern, Mutterschied, Riesweiler, Holzbach, Ohlweiler und Tiefenbach in Mutterscheid werden 45 Märker eingesetzt, die in jedem Jahr ein Klafter Holz erhalten.

(Erich Bauer, Der Soonwald DRW-Verl. Stuttgart, 1974, S. 43)

 

 

1330

Auf Wunsch des Rauhgrafen Georg II. ( 1349) Kaiser Ludwig der Baier (ein Wittelsbacher) verleiht Simmern die Stadtrechte. 28 Jahre später wurde die Stadt von den Wittelsbachern, den Pfalzgrafen bei Rhein gekauft.

 

1339

Mit den Raugrafen, um 1150 aus den Wilgrafen hervorgegangen,

werden die Zehntverhältnisse erstmals

sichtbar. Die Raugrafen versetzten aus Geldnot häufig

ihre Zehnteinkünfte an zahlungskräftigere Adelige

aus der Umgebung. Verkaufte Raugraf Konrad einen

jährlichen Zins aus dem Zehnten zu Altensimmern

und in all seinen Dörfern, die zur Pfarrei Simmern

gehörten.

(500 Jahre Stephanskirche Simmern (1486-1986) Willi Wagener, Gustav Schellack, Hermann Brucker,

S. 49)

 

 

1346

»Seinen Teilzehnten in Simmern trug 1346 der in Simmern begüterte Ritter Friedrich Volysen von Layen für 100 Gulden dem Erzbischof Balduin von Trier auf. Die Zehntanteile lagen zu Symmren, Argindail, Mudinscheid, Roniswilre, Halspach, Difenbach, Sarchinroid, Owe, Belchwire, Arwilre, Comde vber den Berg (Kümbchen), Comde in dem Kloster, Berchenhusen, Widelbach.

(StAK I A, Urkunde Nr. 5343) 500 Jahre Stephanskirche Simmern (1486-1986) Willi Wagener,

Gustav Schellack, Hermann Brucker, S. 49) + (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 683)

 

1358

Verkauf von Burg und Stadt Simmern an 1358 verkauften die Raugrafen (bzw. deren Erben) die Stadt an Ruprecht d. Ä. Pfalzgraf bei Rhein*. Dadurch entstand ein zusammenhängendes Gebiet unter Wittelsbacher Herrschaft, ein Grundstock für das spätere Fürstentum Simmern.

(Landeshauptarchiv Koblenz, Nr. 17)

*(geb.1309 in Wolfratshausen, Pfalzgraf ab 1329, 1356 erster Kurfürst v. d. Pfalz, 16. Februar 1390)

 

 

1368

am 1. September wird die Kapelle Mutterscheid durch den ersten Kurfürsten Rupprecht I. von der Pfalz dem Aegidienstift in Neustadt inkorporiert (einverleibt) um die Einkünfte der 12 dort lebenden Kanoniker aufzubessern: »mit allen Nutzungen,

Gefällen und Rechten, groß und klein, geistlich undweltlich.« Das blieb so bis zur Zeit der französischen Eroberung Ende des 18. Jh.

(Lorenzi Bd 2 S. 415 + Kirchen und Kapellen im Gebiet der Stadt- und Verbandsgemeinde Simmern, von Gustav Schellack und Willi Wagner + 500 Jahre Stephanskirche, Willi Wagner, Gustav Schellack, Hermann Brucker, Simmern, 1986, S. 50)

 

Das eigenständige Inngericht Mutterschied bildet eine Schultheißerei mit den Gemeinden Mörschbach, Schnorbach und Wahlbach.

(Das Augustiner-Chorherren-Stift Ravengiersburg, Willi Wagner,

Verlag W. Wagner, Simmern 1977, S. 209) + („Simmerner Urkunden das Gatterer Apparates im

Staatsarchiv zu Luzern in der Schweiz“ Willi Wagner,HB 24/71 S. 491/92)

 

Simmern, 3. Dezember, das Notariatsinstrument aus Simmern nennt die »Schöffen aus Muderscheit« : »Folgendes ist an diesem Tag zu Symern in der Stadt durch Verhör festgestellt worden… „

Zusammen mit den Schöffen anderer umliegender Dörfer beschwören die Schöffen von Mutterschied eine Feststellung zum alten Besitztum der Raugrafen.

… » Gegeben zu Alden Symern in des sontaigis neste vor sant Nyclas dag 1368« Gesiegelt vom kaiserlichen Notar Heinrich Volquin von Dieppach (Diebach) (Landeshauptarchiv Koblenz Urkunde 1439)

 

1371

Erwähnung der Kapelle von Mutterschied als eigenständig (Katholische Kirche 14 Nothelfer

(Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 684) + Lorenzi Bd 2 S. 415)

 

1400

Zehnt in Mutterschied betreffend: 4. Semeren (Simmerner) Zehnt

In diesen Zehnten gehören die Dörfer: »Komende das Kloster*, Berchinhusen, Wydilbach, Muderscheyt, Argindal, Reinswilr, Dyeffinbach, Sarchinroth, Halsbach, Belchwilr, Alwilr, Kometgen**, Nuwinkultz zu der Nuwernkirchin. Der zehnt hat zu Zeiten 160 Malter erbracht, jetzt 60 Malter.***«

 

(StAK, Urkunde Nr.4776)

*(Kumbd) ** (Kümbdchen)***Getreidemaß: 1 Malter= 12 Scheffel 1 Malter = ca. 167 Liter

 

 

VIII. Herzogtum Pfalz-Simmern - Spätmittelalter

 

1410

Erbteilung der Pfalz unter die vier Söhne des deutschen Königs Ruprecht von der Pfalz. Errichtung des Herzogtums Simmern, das 1459 schließlich ein

eigenes Territorium bildete. Stephan wird erster Herzog von Simmern Beginn der älteren Simmerner Fürstenlinie. („Zum ersten Schatz des Hundsrucks“,

Achim Baumgarten HB 84/91) + (Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Rhein-Hunsrück-Kreis S. 930)

 

Kurfürst Ruprecht III. von der Pfalz, war ab 1400 Deutscher König. Sein Sohn Stefan regierte ab dem 3. Oktober 1410 als Pfalzgraf und Herzog von Simmern-Zweibrücken-Veldenz.* Er wird so zum Begründer des Zweibrücker und des Simmerner Herzoghauses der Wittelsbacher.*  Auch Mutterschied gehörte zum neu entstandenen Fürstentum, das zunächst bis 1598 ein eigenes Territorium blieb.

(Die Wittelsbacher der Linie Pfalz-Simmern, Böhmer Druckerei GmbH, Simmern, 2003, S. 116) 

(geb. 23. Juni 1385; † 14. Februar 1459 in Simmern)

* Über seine Zweibrücker Nachkommen stoßen wir auf die heutigen Bayerischen Herzöge aus dem Hause Wittelbach (Pfalz-Simmern-Zweibrücken-Birkenfeld: Franz von Bayern ist der 15fache Urenkel von Stephan von Simmern-Zweibrücken).

 

1411

„Zum ersten Schatz des Hundsrucks“ »Item Muderscheidt funffzig IIII Gulden« *

(„Zum ersten Schatz des Hundsrucks“, Achim Baumgarten HB 84/91) *(54)

 

1437/38

das Dorf Mutterschied taucht als zehntpflichtig im Gültbuch von Kastellaun : »An den

folgenden Enden hat die Herrschaft Anteil am neunten Teil des Zehnten, nennt man Simmerner Zehnt, so dass ihr von 10 Malter 6 Malter anfallen, den übrigen Gemeinern die anderen 4 Malter. Dieser Zehnt fällt zu Comende, Berchinhusen, Wydelbach, Muderscheidt, Rynßwiler, Halspach, Alwiler, Comde

uber Berg ( Kübdchen), Auwen, Kultze zur Nuwerkirchen« der Anteil der Herrschaft bringt in gemeinen Jahren 85 Malter, halb Spelz und halb Hafer.

 (Landeshauptarchiv Koblenz, 4792) + (Landeshauptarchiv Koblenz Urkunde 4791,8) +

(Sponheim Landeshauptarchiv Koblenz Urkunde 4792)

 

1438

erneute Rechtsregelung bezüglich des »Symerer waldt« der sich als Märkerwald in der hand der sechs Gemeinden Simmern, Mutterschied, Riesweiler, Holzbach, Ohlweiler und Tiefenbach befand.

(Erich Bauer, Der Soonwald DRW-Verl. Stuttgart, 1974, S. 43)

 

Um 1450

Mit dem Beltheimer Gericht werden die Zehntpflichten vieler Dörfer genannt.

Unter »Semeren« Zehnt Muderscheyt

(LandeshauptarchivKoblenz Urkunde 4776,4)

 

1459

Tod von Herzog Stephan in Simmern. Sein Grag ist in Meisenheim in der Schloßkirche. 1459 – 1480 herrscht sein sohn Friedrich als Herzog von Simmern. („Die Wittelsbacher in Lebensbildern“ Hans und Marga Rall, Styria /Pustet, 1986, S. 189 ff)

 

1488

30. Januar, Pfalzgraf Johann d. Ältere verschreibt

seiner Gemahlin Ortschaften rund um »Siemern«

(Landes Hauptarchiv Koblenz, Nr. 251)

 

1498

Erstellung der Steuerliste für das Fürstentum Pfalz-Simmern - Muderscheidt hat 54 Personen: „Item 2 gulden, 8 albus und 30 Pfennig.“

 

(„Eine Steuerliste für das Fürstentum Pfalz-Simmern“ Hans-Peter Klein, HB 29/73, S. 654)

 

 

IX. Frühe Neuzeit - Reformationszeit

 

1509

Blütezeit des Herzogtums Pfalz-Simmern unter Herzog Johann II. (1509 - 1557)

Münzprägung, Druckerei und Bildhauerei in Simmern. In seine Regierungszeit fallen 1517 der Thesenanschlag Martin Luthers und der Beginn der Reformation. Johann II. bleibt katholisch.

(Die Wittelsbacher der Linie Pfalz-Simmern, Böhmer Druckerei GmbH, Simmern, 2003, S. 171 ff) 

 

 

 

1536

Der Herzog sieht aber die Notwendigkeit kirchliche Reformen durchzuführen. So vereinigte Johann II. die Pfründe von Mutterschied und Riesweiler und Übertrug sie einem Pfarrer der in Mutterschied Wohnung beziehen sollte.

(Kirchen und Kapellen im Gebiet der Stadt und Verbandsgemeinde Simmern, von Gustav Schellack und Willi Wagner)

 

1557

nach dem Tode Johann II, von Simmern führt Friedrich II. die Reformation ein. Zunächst das Lutherische Bekenntnis.

Rekonstruktionszeichnung „Paule Miehl“ bei Mutterschied Flur: „An der Altmihl“. Das Mühlrad hatte einen Durchmesser von ca. vier Metern. Der Wasserzulauf auf das Rad betrug 50 Liter pro Sec. Leistung: 1,3 Kilowatt =1,77 Ps. © Kunst im Licht

 

Artikel für den Rhein-Hunsrückkalender 2010

 

Der Mühlenstreit von Mutterschied

 

Ein Beitrag zur Hunsrücker Mühlengeschichte nach 1803

 

Andreas Armin d´Orfey

 

  1. Zeit für Neue Mühlen

In der französischen Zeit wurde 1811 das Bannrecht abgeschafft, das die Bauern auf eine, von Landesherrschaft vorgegebene, Mühle verpflichtete. Mit dem Wiener Kongress wurden jedoch die alten Verhältnisse vielerorts wieder hergestellt. Der Hunsrück wurde nach dem Wiener Kongress preußisch, bis auf das Birkenfelder Land, das zu Oldenburg geschlagen wurde. Das Königreich Preußen hatte jedoch, durch die Reformen des Freiherrn von Stein, bereits 1810 den Mühlenbann abgeschafft. Jedermann durfte nun ungebunden mahlen lassen, wo und bei wem er wollte. Auch die Zünfte wurden abgeschafft, die neue Gewerbefreiheit griff nun auch im 1817 preußischen gewordenen Rheinland.

 

Auf bis zu 800 Mühlen schätzte man am Beginn des 20. Jahrhundert die Anzahl der Mühlen allein im gesamten Hunsrück (einschließlich der Flusstäler). Ganz so unrealistisch ist die Zahl nicht. Schauen wir uns die vielen Bachläufe des Hunsrücks, zum Rhein, zur Nahe, zur Saar und Mosel hinunter an, mit ihren zahlreichen kleineren Zuläufen.

 

Wanderten wir in alter Zeit mit den Müllern durch das alte Simmerner Mühlenviertel mit seinen vielfältigen Mühlen, wie es nach der Zerstörung von 1689 entstanden war, die Mühlengasse hoch, vorbei an der Neumühle, zur Weirichsmühle hinauf zum Oberlauf der Simmer, bis nach Wiebelsheim und Laudert, so finden wir zahlreiche Mühlen. Jedes Dorf hatte mindestens eine Getreidemühle. Sie liegen an der Simmer oder an den hinzufließenden Bächen. Bekannt ist die Eselsmühle („Hammese Miehl“ genannt) von Altweidelbach, die in einem Seitental gelegene Wahlbacher Fuchsmühle, die Weißmühle (=Weizenmühle) in Pleizenhausen, oder die Klumpenmühle bei Bergenhausen. Heute sieht das ganz anders aus. Oft stehen die eigentlichen Mühlengebäude gar nicht mehr, nur die Wohnhäuser und landwirtschaftliche Anwesen sind erhalten. Viele Mühlen sind ganz verschwunden und nur die verschütteten Mühlenteiche weisen noch auf die Mühle hin. So die Mutterschieder Martinsmühle im Rinkenbachtal und die Mutterschieder Gesellschaftsmühle.

Die ersten zwei Jahrzehnte nach 1817, unter preußischer Herrschaft, waren auf der Hochfläche des Hunsrücks, wie in vielen ärmeren Regionen, nicht von großen Erfolgen gekrönt. Wetterkapriolen in den 30er Jahren führten zu Ernteausfällen. Sommer verwandelten sich in Winter und der eigentliche Winter fiel aus: ein Mutterschieder notiert für den Januar 1835 „… die Blumen im Garten haben geblüht und man konnte grünes Futter holen…“ Es kam in der Folge zu Hunger und Elend. Das 1797 begonnene „Berichtsbuch“ der Gemeinde Mutterschied berichtet von schmerzlichen Holzverkäufen: Eichenstämme aus dem Soonwald, die verkauft werden mussten, um aus den königlichen Kornkammern Preußens Getreide zu kaufen. Erst mit den 40er Jahren scheinen sich die Reformen, darunter die Gewerbefreiheit, endlich stärker auszuwirken. Überall entstehen Werkstätten und Betriebe. In dieser Zeit werden vielerorts neue Mühlen gebaut.

An Hand des Kleinen Hunsrückdorfes Mutterschied wird beispielhaft deutlich, was sich in dieser Zeit veränderte und wie stark der Aufbruch war.

 

Eine 1816 begonnene Liste mit Bürgern von Mutterschied nennt den Müller: „…1828 am 24ten April Paul Martin in die Gemeinde gethan…“ Der Müller Paul Martin plant 1841 eine neue Mühle zu bauen. Offiziell heißt sie Martinsmühle. Manche Hausnamen wurden früher von Vornamen abgeleitet und so entstand im Dorf die Bezeichnung „Paule Miehl“, die bis heute gebräuchlich ist.

 

Am 10. April 1841 lesen wir im „Öffentlichen Anzeiger“ der Königlichen Regierung in Coblenz eine Anzeige mit dem Aufruf zum Widerspruch:

„Der Paul Martin beabsichtigt auf seinem Eigenthume im Distrikt „bei der alten Mühle“ an der Rünkenbach, im Banne Mutterschied und zwar auf der Pazelle Flur VII. Nro 271, eine oberschlächtige Mühle zu erbauen, und das zum Betriebe nöthige Wasser mittels eines Teiches aus dem Rünkenbach zu entnehmen. Alle diejenigen, welche durch diese Anlage ihre Rechte verletzt glauben, werden hiermit eingeladen, ihre desfälligen Einsprüche in einer peremtoischen Frist von drei Wochen hier anzumelden

Simmern, den 21. März 1841

Der Bürgermeister Thüring“

(LHAK Bestand 441, 14698)

 

Paul Martin beantragt den Neubau auf dem Flurstück: „An der alten Mühle“. Das weißt eindeutig auf einen Standort, an dem bereits eine Mühle bestanden hatte. Sicher eine alte pfälzische (simmerische) Bannmühle, die, so wird vermutet, wohl auch noch Bestand hatte. Der Mutterschieder Willi Berg (+ 2002), nannte als anzunehmendes Baujahr der alten Mühle, das Jahr 1700. Leider sind aus jener Zeit alle Berichte verloren. Das Mutterschieder Berichtsbuch von 1797 beschreibt: Soldaten der französischen Armee „zerrissen und vernichteten“ alle Gerichtsbücher „vor Martini 1795). Bei Frauenberger finden wir in einer Liste von Einwohnern im Oberamt Simmern im Jahre 1599 in Mutterschied einen Müller: Franz Mutterschieder.

 

 „Coblenz den 12ten November 1842

Verhandlung über den Befund der neuen Mühlenanlage der von dem Müller Paul Martin zu Mutterschied neu erbauten Mühle in dem Distrikt alte Mühle genannt, derselbe durch den Königlichen Bauinspector vorgenommen und deren Anlage dem anliegenden, genehmigten Situationsplan in allem übereinstimmend mithin als plan- und concessionsgemäß ausgeführt befunden worden, wurde die gegenwärtige Verhandlung hierüber aufgenommen, von dem genannten Mühlenbesitzer anerkannt und unterzeichnet

 

Paul Martin

 

Der Königliche Bauinspector Lassaulx

 

 

Der Plan zur Anlage in Mutterschied, nebst Erläuterung, ist in Koblenz im Landeshauptarchiv erhalten (LHAK Bestand 441, Karte Nr. 14698 von 1841). Beschrieben ist der Plan wie folgt:

KARTE von dem Districte bei der alten Mühle in der Gemeinde Mutterschied, wo selbst Paul Martin aus Mutterschied eine Mühle zu erbauen beabsichtigt. - Maßstab 1:1250 Aufgenommen im März 1841 durch den Wertmeister Goebel.

 

Der in der Planung gezeigte Mühlenteich zweigt Wasser vom Rinkenbach ab und führt es oberhalb des Bachlaufes etwa 500 m weit in ein Sammelbecken. Von dort wurde das Wasser über eine Hölzerne Rinne zum Mühlrad geleitet. Die Mühle mit dem Radschacht war ca. 15 Meter vom Teich entfernt und lag um einiges unter dem Wasserspiegel. So konnte das Wasser von Oben in das Wasserrad geleitet werden. Man spricht im Mühlenbau von einem „Oberschlächtigen Wasserrad“. Diese Technik ist die ältere und geht auf die Antike zurück. Später gab es Wasserräder die mittelschlächtig betrieben wurden. Unterschlächtige Wasserräder waren für den direkten Betrieb um Bachlauf zu gebrauchen und konnten bei Hochwasser gehoben werden.

 

Bei einer Besichtigung 2001, war der Radschacht aus Schieferbruchstein noch so gut erhalten, dass man auf die Maße des Wasserrades schließen konnte. Das Mühlrad hatte demnach einen Durchmesser von ca. vier Metern. Ein zeitnah, 1840, entstandenes, gleich großes Oberschlächtiges Wasserrad aus dem rechtsrheinischen Hessen, läuft heute im Deutschen Museum in München. Der Wasserzulauf eines solchen Rades wird genau so ausgesteuert dass exakt 50 Liter pro Sekunde auf das Rad kommen. Damit erreicht man eine Leistung von 1,3 Kilowatt. Das entspricht 1,77 Pferdestärken. Um den Mahlbetrieb zu gewährleisten, braucht es also eine Wassermenge von 180.000 Litern (= 180 Hektolitern) in der Stunde. Das Mahlen war immer auch eine logistische Meisterleistung, alles musste so geplant und hergerichtet sein, dass die Arbeit flott von Statten ging.

 

Nun mag man denken, die Leistung von 1,3 Kilowatt ist doch recht wenig. Beim Mahlen kommt es aber nicht auf die maximale Nutzung der Wasserkraft an, sondern es geht um eine gleichbleibende, ruhige, kraftvolle Drehbewegung. Jede Unwucht könnte das empfindliche Mahlwerk oder auch das Wasserrad zerstören.

Deshalb ist auch die Drehbewegung des Rades recht langsam, ein Umlauf dauert ca. 20 Sekunden. Das Gewicht eines solch großen Rades beträgt im Nasszustand leicht 1000 kg, also eine Tonne. Schaut man sich den kleinen Bachlauf an, so kann man gar nicht glauben, wie so etwas gehen soll. Aber das wird durch den Zulauf über den Mühlenteich erreicht. Der Kanal und das Sammelbecken sind in der Landschaft bis heute noch kenntlich.

 

 

  1. Der Mühlenstreit

Es waren 12 Jahre vergangen, seit der Neuanlage der Martinsmühle, als sich Bauern aus Mutterschied zusammentaten und unter der Leitung von Peter Paul Auler eine Genossenschaft gründeten, mit Ziel und Zweck, eine „Mahl-Mühle“ zu erbauen und genossenschaftlich zu betreiben. Zunächst musste der Rat der Gemeinde befragt werden, denn ohne Hilfe von der Gemeinde Mutterschied hätte das Projekt nicht ausgeführt werden können. Das Sitzungsprotokoll vom 22. März 1853 ist in den Berichtsbüchern der Gemeinde erhalten. Geleitet wurde die Sitzung von Peter Joseph Rottmann, dem zuständigen Bürgermeister von Simmern, die Dörfer waren zu der Zeit noch nicht alle selbstständig. Die Gesellschaft (wie sie sich hier nennt) fragt die Räte an, um Land und um die Erlaubnis im Mutterschieder Steinbruch, Steine brechen zu dürfen.

 

Der Gemeinderat steht dem Projekt wohlwollend, aber nicht positiv um jeden Preis gegenüber. Zwar wird der Gesellschaft Land in Distrikt Herzefeld (Flur VII) zugewiesen, aber um zu verhindern, dass die Genossen dem Paul Martin das Wasser abgraben, legten sie ein geringeres Maß als wohl ursprünglich geplant, nämlich „nur 17 Zoll“ (44,46 cm, 1 preußisches Zoll = 2,615 cm) für die Breite des Mühlenteiches fest.

 

„… Aus diesen Gründen beschließt der Gemeinderat wie folgt:

1. Es soll dem Pet. Paul Auler und Genossen das in Anspruch genommene Gemeindeland zur Teichanlage im Ganzen ca. 30 Quadratruten, (knapp 426 qm, 1 rheinisch-preußische Qr = 14,185 qm) die Rute zu 8 Groschen.

 

Der Gemeinderat sieht hierin keinen Nachteil für die Gemeinde Mutterschied. Ganz im Gegenteil, gerade wenn es um den Steinbruch ging: „…in Erwägung das der Steinbruch verschüttet und für niemanden nützlich ist…“. Und weiter:

 

2. Es soll der Gesellschaft gestattet sein, die zum beabsichtigten Mühlenbau erforderlichen Steine in dem Gemeindesteinbruch gratis zu entnehmen, dagegen denselben gehörig aufzuräumen und denselben in einen Stand zu stellen, dass er fort benutzt werden kann.“

 

Und weil der Steinbruch dadurch wieder betriebsfertig werden sollte, beschließen Bürgermeister Rottmann, (Vorsteher) Schöffe (Peter Paul) Berg, sowie die Verordneten Vogt, Peter Reuther, Peter Wald I. und Christoph Berg:

3. Es soll für die Folge jedem Einwohner von Mutterschied gestattet sein, zu seinem eigenen Bedarf im fraglichen Steinbruche Steine unentgeltlich zu brechen.“

 

Damit war der Weg frei für ein Genehmigungsverfahren bei der Königlichen Regierung in Koblenz. Auch diese Planung ist im Landeshauptarchiv erhalten. Es kam zu Bedenken auch von Seiten Paul Martins, dahingehend, dass die Genossen zu viel Wasser entnehmen könnten und es zu Störung seines Mühlenbetriebes kommen könnte.

 

Die Planung und Ausführung der Gesellschaftsmühle wurde deshalb von Simmern und Koblenz genau beobachtet.

 

Auf den 14. März 1853 datiert das Gesuch des Peter Paul Auler und Genossen zur Errichtung einer Genossenschaftsmühle oberhalb der Mühle des Paul Martin. (In der Anlage ein Plan)

Bei der Bauabnahme durch den Kreisbaumeister stellte sich jedoch heraus, dass man sich nicht genau an die Vorgaben gehalten hatte. Der Königliche Baumeister des Kreises  Simmern, Bormann, stellt am 13. Mai 1854 fest: „…dass das Wehr nicht an der im Plan vorgesehenen Stelle, sondern 21 Ruthen (1 preußische Rute = 3,76 m, also 78,96 m) davon entfernt, auch um ½ Fuß (1 preußischer Fuß = 31,385 cm, also ca. 15,7 cm)höher, als vorgesehen...“

Bürgermeister Rottmann wird erneut ersucht, „…sämtliche Interessen über die Ausführung protokollerisch zu vernehmen...“

Am 6. Juni 1854 kommt es zu Einwänden von Paul Martin wegen der Höhe und der baulichen Beschaffenheit der Wehre.

 

Erneut musste ein genauer Plan vorgelegt werden. Die Legende lautet: „Situations und Nivellements Plan über den avisierten und ausgeführten Neubau einer Mahl Mühle auf dem Banne von Mutterschied, oberhalb der Mühle des Paul Martin, durch Peter Paul Auler und Genossen alle aus Mutterschied. Aufgenommen und gezeichnet von Chr. Huhn Wertmeister in Cülz im August 1854.“ (LHAK, Bestand 441, Karte 14757 von 1854)

 

20. August 1854: „…Peter Paul Auler und Genossen aus Mutterschied, haben auf Flur 7. Grundstück 248, genannt Hirzenfeld, eine Oberschlächtige Mahlmühle mit einem Gang und Wasserrad ganz neu erbaut…“

Gezeichnete Bürger:

Kist, Schreiber, Berg, Dupont, Lütger, Auler, Martin, Hermann, Ludwig, Braun, Müller

 

Nach der Vorlage der neuen Pläne, erfolgt eine Baubesichtigung vor Ort mit folgendem Ergebnis: „…Mutterschieder Gesellschaftsmühle den 18ten Juni 1855. Die Anlage entsspricht nicht den Plänen. Anwesend ist der kontrollierende Königliche Baumeister des Kreises Simmern Bormann und die Genossen: Peter Paul Auler, Michael Litger, Friedrich Jacob Ludwig, Paul Braun, Müller, Christoph Herman, Martin Dupont, Adam Kist…“

 

Die Gebührenrechnung der Königlichen Regierung folgt. Die Königliche Preußische Regierung Koblenz schreibt, betreffend Genossenschaftsmühle Mutterschied:

Montag den 13ten July 1855, Königlicher Landrath zu Simmern

Der Kreisbaumeister Bormann zu Simmern hat uns mit Verhandlungen über die am 18then vom Monat statt gehabte Setzung eines Merkpfahls an der Mühle des Peter Paul Auler und Genossen zu Mutterschied; auch die Liqudation der Gebühren eingereicht, welche ihn für die 2te Untersuchung dieser Mühle zustehen. Nachdem solche revidiert und 2 f 20 Sgl (2 Taler, 20 Silbergroschen) festgestellt worden ist, laßen wir ihnen dieselbe anliegend unter Bezugnahme auf unsere Verfügung v. 23ten November vergangenen Jahres A II N 1946 mit der Weisung zu gehen, dem P. Auler und Genossen die Zahlung auszugeben und den H. Bormann von der Zahlungsafforderung in Kenntnis zu setzten.

 

Königliche Regierung Abthlg A. (LHAK, Bestand 441, A VII 11.1085)

 

Nachdem der Kreisbaumeister zu zweiten male feststellten musste, dass anders gebaut worden war als geplant, wurde der Betrieb der Mühlenanlage nicht genehmigt. Erneute Versuche, die Gesellschaftsmühle in Betrieb nehmen zu dürfen, scheinen nichts gebracht zu haben. Die fertig gebaute Anlage scheint nie offiziell in Betrieb gewesen zu sein. In der Hunsrücker Zeitung findet sich 24 Jahre nach der oben genannten Gemeinderatssitzung folgende Meldung:

„Mühlenversteigerung, Montag, den 5. November Mittags 1 Uhr wird bei Jacob Gutenberger die Gesellschaftsmühle nebst Bau, Mahlwesen, Mahlsteinen und Kasten gegen Zahlungsausstand versteigert. Sämtliche Gegenstände sind noch in gutem Zustande.

Mutterschied, den 17. Oct. 1877. Die Mühlengesellschaft.“

Der Ort, wo die Mühle stand, ist heute bewaldet. Nichts erinnert mehr an den Mutterschieder Mühlenstreit.

 

 

  1. Mühlensterben

Mitte des 19. Jahrhunderts standen die lokalen Mühlen noch in voller Blüte. Wirtschaftlich ging es den Müllern gut. Technisch waren sie gut ausgestattet. Doch gegen Ende des Jahrhunderts veränderten sich die Vorzeichen. Die deutschen Eisenbahnen werden ausgebaut. Es entsteht eine Transportgesellschaft. Straßen werden gebaut. Großmühlen, von modernen effizienten Turbinen angetrieben, treten auf den Plan. Im zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts ist es vielerorts nicht mehr notwendig, das Getreide vor Ort zu mahlen. Die alten Mühlen stehen leer. Anfangs macht man noch seinen Strom selbst, wie die Familie Hammes auf der Altweidelbacher Eselsmühle berichtete. Später wurden mehr und mehr Mühlen nur noch landwirtschaftlich genutzt. Die Mutterschieder Martinsmühle erlitt das gleiche Schicksal. Am Ende lebte noch eine Enkeltochter Pauls allein auf der Mühle: „Paule Änni“.

Das Haus, die Mühle, die Scheune zerfielen.

 

 

Kehren wir noch einmal zurück zur Martins Mühle, zusammen mit einem Mann, der sich am 24. November 2004, von London kommend, aufgemacht hatte, die Spur seines Vorfahren aufzunehmen. Rod Martin aus London, mit Sohn Bruce, sind direkte Nachkommen des Georg Martin. Er war am 21. Juli 1838 in Mutterschied geboren und als Bäcker als 30jähriger, zwischen 1865 und 1870 nach London aufgebrochen, um sich dort selbständig zu machen. Es ist die Zeit Königin Viktorias I. von England, aus dem Hause Hannover, deren Mutter Deutsche war und deren Mann, Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, alles Deutsche in England salonfähig machte. Eines wurde in der Aristokratie und im Bürgertum Londons besonders geschätzt: Deutsche Backwaren. 166 Jahre später stehen der Urenkel und sein Sohn vor den Trümmern der Martinsmühle. Nur noch im Kartenwerk, so im großen Jubiläumsatlas des ADAC 2001, ist die Martinsmühle noch verzeichnet.

 

  1. Ein kleiner Blick nach vorn

Am 27. 4. 2009 war in „e-bay“ wieder mal ein großes Wasserrad angeboten, das zeigt, dass es Menschen gibt, denen die alte Mühlentechnik am Herzen liegt. Vielerorts, wie in Niederkumbd, wird die örtliche Mühle von Heimatvereinen gepflegt. Möge das auch weiter so sein!

Als ich vor fast 30 Jahren über die Nutzung der Windkraft auf dem Hunsrück schrieb, (Hunsrücker Heimatblätter 51, 1981 – s. www.schnorbach.de) verwies ich am Schluss nicht nur auf den Erhalt historischer Anlagen, sondern lenkte auch den Blick auf die Zukunft der Windenergie. Die Nutzung der kinetischen Energie des Wassers sollte uns in nächster Zukunft wichtig sein! Erste Modellversuche mit neuartigen Turbinen für langsam fließende Gewässer in Rheinland-Pfalz laufen bereits. Vor 30 Jahren wurde ich als Hunsrücker Junge mit Windkraftideen belächelt. Heute steht das Land voll mit Windkraftanlagen. Vielleicht sind wir mit der Wasserkraft in wenigen Jahrzehnten auch so weit. Erst wenn wir alle Quellen der erneuerbaren Energien unserer Heimat nutzen, sind wir auf einem klugen Weg in die Zukunft.

Vom Wasser können wir lernen, singt schon Wilhelm Müller (1794-1827) in seinem bekannten Volkslied: „Das Wandern ist des Müllers Lust…“

„…Vom Wasser haben wir´s gelernt … das Wasser…das hat nicht Ruh´ bei Tag und Nacht, ist stets auf Wanderschaft bedacht…das Wasser!...“

 

 

A. d´Orfey 2009